Verbreitung des Buddhismus

Es gibt ca. 400 Millionen Buddhisten auf der Welt. Heutzutage gibt es in jedem Land der Erde Anhänger Buddhas, dennoch sitzt das Zentrum des buddhistischen Glaubens seit über 2500 Jahren in Asien. In jedem buddhistisch geprägten Land hat sich über die Jahrhunderte ein eigener Stil entwickelt. Die folgenden Kurzporträts sollen einen Überblick über die einzelnen Ausprägungen unserer Herstellungsländer geben und Ihnen einen kleinen Einblick vermitteln, woher Ihr Buddha stammt.

Südlicher und nördlicher Buddhismus

Südlich und nördlich beziehen sich in diesem Fall auf Indien, dem Ursprungsland des Siddharta Gautamas, aus welchem sich die verschiedenen Strömungen des Buddhismus herausgebildet haben. Beim südlichen Buddhismus spricht man von der der Theravada-Schule, eine der ältesten Buddhistischen Richtungen, basierend auf der ersten Mönchsgemeinde des Siddharta Gautamas. Zum nördlichen Buddhismus zählt hauptsächlich die Mahayana-Richtung, was soviel bedeutet wie Großes Fahrzeug oder Großer Weg. Im Unterschied zur Theravada-Schule ist sie weniger auf die Erlösung des Einzelnen ausgerichtet, sondern strebt die Erlösung aller Lebewesen an.

Theravada:

Thailand: Als einziges buddhistisches Land hat der Buddhismus in Thailand den Rang als offizielle Staatsreligion. 95 % der Bevölkerung sind Anhänger der Theravada-Schule, die im 3. Jhd. v. Chr. über Indien nach Thailand gebracht und seit dem 13.Jhd. staatlich anerkannt wurde. In jedem thailändischen Dorf findet man noch heute mindestens einen Tempel oder Wat, eine Mischung aus Tempel und Kloster. Es ist vorherrschende Sitte, dass jeder junge Mann einmal in seinem Leben als Novize die Lehren des Buddhas studiert.

Burma (Myanmar): Auch in Burma gehören seit nunmehr 1000 Jahren über 90% der Bevölkerung der Theravada-Schule an. Trotz britischer Besatzung und momentaner Militärdiktatur setzt sich der Buddhismus durch und auch heutzutage findet man in Burma mehr Tempel als Einwohner. Nicht unbegründet wird Burma das „Land der Pagoden“ genannt.

Laos: Seit dem 13. Jahrhundert ist der Theravada-Buddhismus vorherrschend in Laos. Heutzutage gehören unter sozialistischer Regierung noch circa 60% dieser Schule an. Besonderheiten des laotischen Buddhismus sind die Einbringung sogenannter Phi – lokaler Schutzgeister und der Glaube an übernatürliche Kräfte (kuan), die jedem Gegenstand und Wesen innewohnen.

Kambodscha: Etwa 85% der Bevölkerung, die ethnische Gruppe der Khmer, gehören der Theravada-Schule an. Jahrhunderte lang war der Buddhismus im Königreich Kambodscha als Staatsreligion anerkannt, aber unter der Unterdrückung der roten Khmer wurde in den 70er Jahren aggressiv versucht den Buddhismus zu unterdrücken. Heute ist der Buddhismus gesetzlich in der Verfassung verankert und seit den 90er Jahren wird am Aufbau der zahlreichen durch die Roten Khmer und den Vietnamkrieg zerstörten Tempel gearbeitet.

Sri Lanka: Noch heute sind etwa 70% der Bevölkerung Anhänger der Theravada-Schule. Bereits 200 v. Chr. wurde der Buddhismus in Sri Lanka als Staatsreligion anerkannt, was somit Sri Lanka (Ceylon) zu einem der ältesten und zugleich beständigsten buddhistischen Land macht. Trotz britischer Besatzung und Versuchen der Missionierung konnte sich die vorherrschende buddhistische Hochkultur bis heute durchsetzten.

Mahayana:

Tibet: Die ersten buddhistischen Einflüsse erreichten Tibet im 6./7. Jhd. Über die Jahre entwickelte sich in Anlehnung an die vorherrschende Bön-Religion eine Unterform/Ausprägung des Mahayana-Buddhismus, der sogenannte Lamaismus, dessen bekanntester Vertreter der im Exil lebende Dalai Lama ist. Noch heute existieren verschiedene Untersekten wie die Gelb- und Rotmützen. Die Zahl der Anhänger des Lamaismus wird zwischen 10-20 Millionen geschätzt.

China: Mit 102 Millionen Anhänger leben etwa ein Viertel aller Buddhisten weltweit in China. Erst mit Beginn der Tang-Dynastie setzte sich im 7.Jahrhundert der Buddhismus in China durch. In jüngster Geschichte erlebte der Buddhismus unter der Regierung Mao Zedongs eine Zeit der Unterdrückung und Zerstörung. Mit der Öffnung Chinas erlebt der Buddhismus heute eine weitestgehend liberale Politik.

Japan: Der erste Kontakt mit dem Buddhismus erreichte Japan im 6. Jhd. über die koreanische Halbinsel. Heute gehören ungefähr 75 % dem buddhistischen Glauben an. Eine besondere Ausprägung Japans ist der Zen-Buddhismus, eine philosophische und strengen Meditationsregeln unterliegende Untergattung des aus China stammenden Chan-Buddhismus.